PEG ist die medizinische Abkürzung für Perkutane endoskopische Gastrostomie.
Übersetzt bedeutet dies, dass ein flexibler Schlauch aus Kunststoff durch die Haut der Bauchdecke (perkutan) unter Sicht (Endoskop) in den Magen implantiert wird (Gastrostomie).
Grund für die Anlage einer PEG: in den meisten Fällen eine zeitweise oder dauerhafte Unfähigkeit zur normalen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.
Über die Sonde werden dem Patienten bzw. der Patientin/ dem Bewohner bzw. der Bewohnerin Sondenkost, Flüssigkeit und aufgelöste Medikamente direkt in den Magen, manchmal auch direkt in den Dünndarm zugeführt.
Bekannt ist Sondenkost im Volksmund auch unter Astronauten- oder künstlicher Kost, obwohl beides nicht komplett zutrifft.
Fachlich richtig: „Enterale Ernährung“
Ein weiterer Grund ist die Entlastung des Magens. Die Sonde ist meist etwas dicker als eine reine Ernährungssonde, ansonsten aber komplett identisch.
Ablaufsonden werden meist palliativen Patienten bzw. Patientinnen gelegt, deren Magensekret aufgrund eines Darmverschlusses nicht aus dem Magen in den Darm transportiert werden kann.
Um andauernde Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, können Patienten bzw. Patientinnen den Magen über die PEG entlasten.
Beispiele:
Bestrahlungstherapie bei HNO-Tumoren ist ein typisches Beispiel für eine zeitweise nötige PEG-Anlage, da der Schluckakt bei diesen Patienten bzw. Patientinnen meist sehr schmerzvoll ist. Diese Patienten bzw. Patientinnen bekommen im Vorfeld der Therapie eine PEG implantiert, obwohl sie noch ganz normal essen können.
Patienten bzw. Patientinnen mit einer chronischen, also dauerhaften Schluckstörung (Dysphagie) sind meistens Patienten bzw. Patientinnen mit neurologischen Krankheitsbildern, meist nach Schlaganfällen, aber auch mit Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose. Diese Patienten bzw. Patientinnen werden nicht selten bis ans Lebensende enteral über die PEG ernährt.
Hierfür ist eine Magenspiegelung (Endoskopie) notwendig.
Der Magen wird unter Sicht durch das Endoskop gebläht.
Dann wird der Magen von außen (perkutan) mit einer Hohlnadel punktiert.
Über die Hohlnadel wird ein Faden ins Mageninnere geschoben, von der Endoskopzange gefasst und mit ihr durch den Mund nach Außen geführt.
Das eine Ende des Fadens befindet sich nun außerhalb der Bauchdecke, das andere kommt aus dem Mund.
Schließlich wird der PEG-Schlauch an das Mund-Ende geknotet, dann wird am Bauch-Ende am Faden gezogen, bis die Sonde aus dem Loch in der Bauchdecke austritt.
Diese Art der PEG-Anlage dauert zwischen 20 und 30 Minuten und wird mittels Kurznarkose (Schlafmittel & Schmerzmittel) durchgeführt.
Die Entfernung findet über den gleichen Weg wie bei der Anlage statt.
Gut zu wissen: Aufgrund einer internen Halteplatte ist es praktisch unmöglich, eine PEG, die so angelegt wurde, versehentlich zu ziehen. Bei guter Pflege kann diese Sonde durchaus mehrere Jahre in der Bauchdecke verbleiben, ohne ausgetauscht werden zu müssen. Dunkle Verfärbungen sind normal. Erst wenn der PEG-Schlauch porös wird oder Risse bekommt, sollte die Sonde gewechselt werden.
In den ersten sieben bis zehn Tagen sollten beide Sonden täglich verbunden werden, um Infektionen zu verhindern. Danach findet der Verbandswechsel für eine Woche alle zwei Tage statt, danach schließlich alle drei Tage. Außerhalb von Krankenhäusern ist oft gar kein Verband mehr nötig.
Diese müssen außerdem bei jedem Verbandswechsel aber auch ohne Verbandswechsel regelmäßig mobilisiert werden, damit die interne Halteplatte nicht mit der Magenwand verwächst (Buried-Bumper-Syndrom).
Es genügt, die Sonde einige Zentimeter in den Bauch vorzuschieben und danach wieder bis zum federnden Widerstand zurückziehen.
Der Schlauch muss nach jeder Sondennahrung und jeder Medikamentengabe mit etwa 10 ml Wasser gespült werden.
Diese dagegen müssen etwa all 10 bis 14 Tage entblockt und wieder neu geblockt werden (normalerweise mit 5 ml destilliertem oder abgekochtem Wasser), um die Funktionalität des Ballons zu überprüfen.
Button-Verlängerungen werden im selben Intervall gewechselt.
Sie werden ansonsten täglich mit Wasser ausgespült.
Sondennahrung, Verbandsmaterial und weiteres benötigtes Material wird vom Hausarzt verordnet und kann über sogenannte Homecarer oder Sanitätshäuser bezogen werden.