Pflege in der Onkologie

Katrin Schröder and Lisa Daufratshofer M. A./ Juli 8, 2022/ Angehörige, Beruflich Pflegende, Pflegestudierende/ 0Kommentare

Themen rund um Onkologie

  • Onkologie ist eine Lehre in der Medizin, die sich mit Krebserkrankungen befasst.
  • Krebserkrankungen sind bösartige Veränderungen verschiedener Zellen im menschlichen Körper, die bei Nicht-Behandlung zum Tode führen. Diese Zellveränderungen bewirken ungebremstes, unkontrolliertes Wachstum und Ausbreitung im menschlichen Organismus.
  • Therapien in der Onkologie sind: Radiotherapie, Chemotherapie, Immuntherapie Operation.
  • Radiotherapie ist die Bestrahlung der Zellveränderungen
  • Immuntherapie ist eine medikamentöse Therapie, deren Wirkungsweise darin den besteht, im Körper eine Immunreaktion gegen die Tumorzellen hervorzurufen.
  • Chemotherapie bewirkt eine Zerstörung der Tumorzellen. 
  • Durch die Zerstörung der Tumorzellen durch Chemotherapie und Radiotherapie kann es im Körper zu Nebenwirkungen kommen.

Was können Nebenwirkungen von Chemotherpie und Radiotherapie sein?

  • Alopezie (Haarausfall)
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Verdauungsstörungen (Diarrhoen/Obstipation)
  • Haut-und Nagelveränderungen
  • Fatique (Müdigkeit)
  • Erhöhte Infekt-und Blutungsneigung
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Hand-Fusssyndrom
  • Neuropathien

Wie können diese Nebenwirkungen behandelt werden?

Alopezie (Haarausfall) bzw. Haarverlust

  • Info Kosmetikseminar für Frauen https://www.dkms-life.de/seminare.html
  • Haarpflege: milde Shampoo, weiche Haarbürsten verwenden   
  • Verzicht auf Dauerwelle und Haare färben
  • Vermeidung straffer Gummibänder
  • Eine Perücke kann vom Arzt/Ärztin verschrieben werden

Appetitlosigkeit

  • Ausgewogene, gesunde Ernährung: Vitaminreich, Eiweißreich
  • Kleine Mahlzeiten
  • Wunschkost
  • Gewichtskontrolle, ohne Druck!
  • Bei abnehmendem Appetit Möglichkeit einer zusätzlichen hochkalorischen eiweißreichen Nahrungsergänzung (verschreibungsfähig)

Übelkeit

  • Medikamente (verschreibungspflichtig: mittlerweile erfolgt vor jeder Chemogabe die ärztliche Anordnung eines hochwirksamen Medikamentes gegen Übelkeit) 
  • Frische Luft
  • Mahlzeiten appetitlich herrichten
  • Kleine Mahlzeiten
  • Wunschkost
  • Elektrolyt-Flüssigkeitszufuhr
  • Kühles trockenes Essen
  • „Was hat sonst immer gut geschmeckt?“
  • Nach Chemotherapie bei unangenehmem Geschmack: Gabe von Kaugummi, Pastillen mit Pfefferminz oder Cassis
  • Mundspülungen und gründliche Mund-und Zahnpflege

Verdauungsstörungen

Dazu gehören entweder Diarrhoen (Durchfälle) oder Verstopfung (Obstipation)

Bei Diarrhoen:

  • Stopfende Lebensmittel: Banane, geriebener Apfel, Weißbrot, Zwieback, Haferflocken, Teigwaren, Schwarztee, gekochte Kartoffeln, Nudeln, Reis
  • Entblähende Lebensmittel: Heidelbeeren, Kümmeltee, Fencheltee, Anis Tee
  • Wiederherstellen einer gesunden Darmflora: Joghurtkulturen

Bei Obstipation:

  • Hausmittel: Leinsamen, Trockenfrüchte und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige Bewegung
  • Ballaststoffreiche Ernährung (Opiateinnahme kann Verstopfung hervorrufen) 

Hand-Fusssyndrom, Neuropathien, Haut- und Nagelveränderungen

  • Gute Hautpflege an Handinnenflächen und Fußsohlen mit ureahaltiger (5%-10%) Creme oder Lotion
  • Bei Hausarbeit Schutzhandschuhe ohne Gummi, Einmalhandschuhe tragen
  • Lauwarmes bis kühles Wasser, PH-neutrale Seife
  • Kühle, trockene Kompressen auflegen
  • Hände Füße sanft abtupfen, nicht reiben
  • Baumwollsocken, Baumwollhandschuhe

Fatique (Müdigkeit)

  • Aktivitätsanregung, Bewegung, Bewegungsübungen, Spazierengehen Beschäftigung in Haus und Garten 
  • Sport, Nordic -Walking, Schwimmen, Reha Sport, Krafttraining
  • Mind-Body-Verfahren, Meditationen, Atemübungen, Entspannungsverfahren, Tai Chi, GiGong, autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Musiktherapie
  • Eiweißreiche Ernährung
  • Psychosoziale Intervention, Psychotherapie, Verhaltenstherapie
  • Den Tag in Ruhe und Aktivitätspausen einteilen, Prioritäten setzen, Vereinfachung von Tätigkeiten, Schritt für Schritt planen
  • Regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus

Erhöhte Infekt-und Blutungsneigung

  • Hygiene
  • Weiche Zahnbürsten
  • Sanftes Schnäuzen
  • Periode beobachten, ob starke Blutungsneigung
  • Regelmäßiger Waschlappenwechsel, Handtuchwechsel, Bettwäschewechsel
  • Hygiene beachten, auch beim Essen zubereiten
  • Gemüse waschen
  • Weiche Speisen essen
  • Mundschutz bei Menschenansammlungen

Mundschleimhautentzündungen

  • Ausreichend Trinken
  • Spülungen, Sprühflaschen mit Wasser oder dem Lieblingsgetränk zur Verfügung stellen, regelmäßige Mundbefeuchtung
  • Speichelfluss anregen mit Massage der Speicheldrüsen
  • Aromatherapie verwenden
  • Zuckerfreier Kaugummi, Ananas, Olivenöl
  • Gute Mund-und Zahnhygiene, weiche Zahnbürsten verwenden
  • Ernährung anpassen
  • Mundspülung bei CTX oder RTX mit geeigneten Mundspüllösungen

Literatur

Leitlinienprogramm Onkologie (2018): Patientenleitlinie. In: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (Hrsg.) Online verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Supportive_Therapie-1740018.pdf (zuletzt geprüft am 08.07.2022).

Leitlinienprogramm Onkologie (2021): Supportive Therapie. S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patientinnen. Online verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/ (zuletzt geprüft am 08.07.2022).

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Katrin Schröder
Pflegefachperson Onkologie/Palliative Care am Universitätsklinikum Augsburg

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