Atmung

Welche Funktionen hat die Atmung?

Verteilung des Sauerstoffes an die Körperzellen

Abgabe von Kohlendioxid: Relevant für Säure-Basen-Haushalt des Körpers

Meistens unbewusste Einatmung (Inspiration) und Ausatmung (Exspiration)

Veränderung der Atmung unter anderem als Zeichen von Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels

Messung der Atmung

Wie?

Unauffällige Beobachtung der Atmung (= Heben und Senken des Brustkorbes bzw. des Bauchraumes)

Dabei werden die Atemzüge gezählt (1 Atemzug = Einatmen (Inspiration) und Ausatmen (Exspiration))

Beachte: Wenn man auf die Atmung bewusst achtet, beeinflusst man sie und die Parameter können sich ändern

Wann?

Generell zur Beobachtung von Kranken/Pflegebedürftigen

Bei Atemschwierigkeiten

Beispiele:

Bei Aufnahme eines Patienten, Menschen mit Herz- und Thoraxerkrankungen, Sauerstoffabgabe, Beatmung, Extubation, Gabe von atmendepressiven Medikamenten, Bei bewusstlosen Menschen

Was wird gemessen (Beobachtungskriterien)?

Atemtyp

Messung: Beobachtung der Bewegungen am Körper bei der Atmung

AtemtypArtSymptom/ePhysiologischPathologisch
BauchatmungHauptsächlich durch ZwerchfellHervortreten des BauchesBei Säuglingen & KleinkindernSchonatmung nach Thorax-verletzungen
BrustatmungHauptsächlich durch Zwischenrippen-muskulaturHervortreten des BrustkorbesSchonatmung nach Bauch-verletzungen
MischatmungDurch Zwerchfell & Zwischen-rippenmuskulaturKörperliche Anstrengung
Einsatz der Atem-hilfsmuskulaturAufrechtes Sitzen, Abstützen mit den Armen, Anspannung der Schulter- & Halsmuskulatur
Tabelle 1 Atemtypen

Atemfrequenz

= Anzahl der Atemzüge pro Minute

Messung? Unbemerktes Zählen der Atemzüge für eine Minute (bei Bewusstlosen: je eine Handfläche auf Brustbein & Rippenrand oder Flanke legen)

AlterAtemfrequenz/Minute
Frühgeborene50-70
Neugeborene35-50
6.-12. Monat22-30
1.-2 Lebensjahr17-23
2.-4. Lebensjahr16-25
4.-6. Lebensjahr14-23
6.-8. Lebensjahr13-23
8.-10. Lebensjahr14-23
10.-12. Lebensjahr13-20
12.-14. Lebensjahr15-20
Ab dem 14. Lebensjahr12-20
Tabelle 2 Atemfrequenz

Pathologisch:

Erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe): 21-100 (bei Erwachsenen)

z.B. körperliche Anstrengung, psychische Faktoren, Schmerzen, Herzerkrankungen

Niedrige Atemfrequenz (Bradypnoe): unter 12 (bei Erwachsenen)

z.B. Schädel-Hirn-Trauma, Vergiftung, Schlaf (physiologisch)

Atemstillstand (Apnoe)

Atemintensität

Messung: Beobachtung der Tiefe der Atemzüge

Veränderung der Atemintensität bei verändertem Sauerstoff- oder Kohlendioxidgehalt im Blut

z.B. Sauerstoffmangel -> tiefe Atemzüge, höhere Atemfrequenz

Atemrythmus

= Regelmäßige Atemzüge mit konstanter Atemintensität

Verhältnis von Ein- und Ausatmung: 1:2

Messung: Beobachtung der Gleichmäßigkeit und des Verhältnisses der Atemzüge

Atemgeräusche

= fast geräuschlos

Messung: Aufmerksames Hören nach auffälligen Atemgeräuschen

Pathologische Geräusche: Schnarchen, Schluckauf, Zischen/Pfeifen (Stridor), Rasselgeräusche

Atemgeruch

= fast geruchslos

Messung: Wahrnehmen von Gerüchen bei der Atmung

Pathologische Gerüche: Azetongeruch, Ammoniakgeruch, frische Leber (Foetor hepaticus), Fäulnisgeruch, Urinähnlicher Geruch (Foetor uraemicus)

Husten und Sputum

Sputum = Auswurf von Bronchialsekret

Pathologische Beschaffung des Sekrets: Zäh, weiß, eitrig/grün-gelb/süß riechend, faulig riechend, rot-braun, schaumig/leicht blutig

Atembewegung

z.B. Einsatz von Atemhilfsmuskulatur, seitengleiche Atmung, Schonatmung

Befinden des Patienten

z.B. Selbstbeurteilung der Atmung, Schmerzen bei der Atmung, Beeinflussung durch die Psyche

Rauchen

z.B. Menge des Tabakkonsums

Literatur

Lauster, M.; Drescher, A.; Wiederhold, D. & Mensche, N. (2014): Pflege Heute. 6. Auflage. München: Elsevier Urban & Fischer.

Paul Hartmann AG (2022): Qualität der Atmung – entscheidend für das Wohlbefinden. Online verfügbar unter: https://www.zuhause-pflegen.de/de-de/hilfe-bei-krankheit/krankenbeobachtung/atmungsbeobachtung (zuletzt geprüft am 10.02.2022).

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicken Sie auf die Sterne, um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Redaktionelle Verantwortlichkeit am Universitätsklinikum Augsburg

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR