Körpertemperatur

Was versteht man unter der Körpertemperatur?

Wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand eines Menschen

Die Körpertemperatur beträgt normalerweise ca. 37 °C

Außentemperatur, körperliche Aktivität, Hormone (z. B. Gestagene), Stress, Schlaf und Alter des Menschen beeinflussen die Körpertemperatur

Bei Abweichung vom Sollwert wird Wärme in die Umgebung abgegeben oder im Körper zurückgehalten bzw. produziert

Abweichungen nach unten (Hypothermie) wie nach oben (Fieber; Hyperthermie) sind meist Anzeichen für irgendwelche Störungen

TemperaturbereichKörpertemperatur bzw. Fieberarten
<35°C (25°C tödlich)Untertemperatur
36,5 – 37,4°CNormaltemperatur
37,5 – 37,9°CSubfebrile Temperatur
38 – 38,9°CMäßiges Fieber
39 – 40,5°CHohes Fieber
Über 40,5°C (ab ca. 42°C Gerinnung der Körpereiweiße, Tod)Sehr hohes Fieber
Tabelle 1 Körpertemperatur

Messung der Körpertemperatur

Warum?

Körper reagiert auf Infektionen und andere Gesundheitsstörungen oftmals mit Fieber

Daher ist es wichtig, Schwankungen der Körpertemperatur zeitnah zu erkennen und den Verlauf möglichst genau zu messen

Wann?

Im Rahmen einer ausführlichen Befunderhebung als Routineuntersuchung, z. B. bei Aufnahme ins Krankenhaus oder ins Heim

Bei schweren Erkrankungen oder plötzlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Wie?

MessortDauer der MessungVorteileNachteileHöhe des Messwertes
rektal (im Enddarm)7 Sek. – 5 Min. (je nach Thermometer)Schnell, genaueste Messung
Zur genauen Überwachung des Fieberverlaufs oder Messung der Basaltemperatur
Unangenehm, nicht geeignet bei unruhigen KrankenNormal: 36,5 bis 37,4°C
0,5°C höher als axillarer Messwert
axillar (Achselhöhle)
inguinal (Leiste)
40 Sek. bis 10 Min.AngenehmEvtl. lange Messdauer
Ungenauer Messwert (durch Reibung)
Normal: 36,0 bis 36,9°C
sublingual (unter Zunge)
oral (im Mund)
30 Sek. bis 8 Min.Angenehm, evtl. lange MessdauerUngenauer Messwert
Bei unruhigen Kranken nicht geeignet
Verfälschung durch Speisen und Getränke, Mundatmung, Rauchen
Normal: 36,1°C bis 37,1°C
im Ohr (äußerer Gehörgang)1 bis 3 Sek.Kurze Messdauer, nur mit speziellem ThermometerZ.T. unangenehm, Verfälschung durch OhrschmalzNormal: 36,5°C bis 37,4°C
0,5°C höher als axillarer Messwert
auf der Stirn1 bis 3 Sek.Kurze Messdauer, Infrarottechnik, mit speziellem ThermometerEvtl. ungenauNormal: 36,5°C bis 37,4°C
0,5°C höher als axillarer Messwert
Tabelle 2 Messorte der Körpertemperatur

Was versteht man unter Fieber?

Eine äußerst komplexe Abwehrreaktion unseres Körpers auf Infektionen oder Entzündungen

Hilft den Heilungsprozess in Gang zu bringen

Der Temperatur-Sollwert im Gehirn ist hier im Gegensatz zur Hyperthermie verändert

Ursachen

Infektionserreger (Erreger oder andere Mikroorganismen)

Exsikkose oder Durstfieber (bei Flüssigkeitsmangel)

Zentrales Fieber (bei Schädigung/Verletzung des Gehirns)

Resorptionsfieber bzw. aseptisches Fieber (durch Zerfall körpereigener Zellen)

Aktivierung des Immunsystems (bei entzündlichen Systemerkrankungen)

Toxisches Fieber (bei Kontakt mit körperfremdem Eiweiß oder durch Medikamente)

Symptome

SubjektivObjektiv
Müdigkeit
Abgeschlagenheit
Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Wahrnehmungsstörungen
Kopf- und Gliederschmerzen
Durst
Frösteln oder Wärmegefühl
Erhöhte Körpertemperatur
Anstieg der Pulsfrequenz (um 8–10 Schläge/min je 1 ℃ Temperaturerhöhung)
Anstieg der Atemfrequenz (beschleunigte, meist oberflächliche Atmung)
Gerötete und erhitzte Haut
Blässe
Verminderte Urinausscheidung (bei Flüssigkeitsmangel konzentrierter)
Trockene und belegte Zunge, rissige Lippen
Schweißausbrüche (meist großperliger, warmer Schweiß)
Glänzende Augen
Verwirrtheit, Halluzinationen, Unruhe oder sogar Fieberkrämpfe
Tabelle 3 Symptome bei Fieber

Pflegemaßnahmen bei Fieber

Die Überwachung und Pflege Fieberkranker hängt ab vom Zustand, Wünschen, Umgebung und Betreuungssituation

Betreuung (psychisch durch Aufmunterung, Beruhigung, Aufklärung)

Überwachung (Temperatur, Atmung, Puls, Haut)

Körperpflege (lauwarme Waschungen, sorgfältige Mund-, Lippen-, Hautpflege)

Prophylaxen

Ernährung (Ausreichend Flüssigkeit, leichte, fettarme Wunschkost)

Gut und häufig lüften

Mobilisation (im akuten Stadium Bettruhe)

Fiebersenkende Maßnahmen (Medikamentöse Therapie auf ärztliche Anordnung, Wadenwickel nach ärztlicher Anordnung)

Wärmezufuhr durch Decken

Pflegemaßnahmen werden je nach Fieberphasen unterschieden

Literatur

Mötzing, G.; Protz, K. & Schwarz, S. (2018): Behandlungspflege. In: Mötzing, G., Schwarz, S. (Hrsg.): Leitfaden Altenpflege. (358-462) 6. Auflage. München: Elsevier Urban & Fischer.

PAUL HARTMANN AG (2022): Kontrolle der Körpertemperatur. Online verfügbar unter: https://www.zuhause-pflegen.de/de-de/hilfe-bei-krankheit/krankenbeobachtung/kontrolle-koerpertemperatur (zuletzt geprüft am 17.02.2022).

pqsg – das Altenpflegemagazin im Internet (2014): Standard „Temperaturmessung“. Online verfügbar unter: https://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-standard-temperatur.htm (zuletzt geprüft am 17.02.2022).

Said, C. & Schön, J. (2016): Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten können. In: Köther, I. (Hrsg.): Altenpflege. 1. Auflage, zu den Inhalten des PSGII aktualisierter Nachdruck. Stuttgart: Thieme. doi:10.1055/b-004-129593  

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